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Die Behandlung des Schlaganfalls nach dem Perfetti-Konzept

Die kognitiv therapeutischen Übungen werden seit den siebziger Jahren von Prof. Perfetti  zur Behandlung  von Schlaganfallpatienten entwickelt. Die Folgen eines Schlaganfalls sind oft ähnlich und doch bei jedem individuell. Häufig bleibt eine mehr oder weniger starke Lähmung von Gesicht, Arm und/ oder Bein auf ein und derselben Körperhälfte zurück (Halbseitenlähmung= Hemiplegie).
Inzwischen hat sich die Therapieform auch in der Orthopädie (etwa bei Gelenkersatz), Chirurgie, Traumatologie und in der Pädiatrie bewährt.
Das Therapiekonzept beruht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus verschiedensten Forschungsrichtungen. Ausgangspunkt der Therapie ist die Erkenntnis, dass jede Bewegung mit der Bewegungsplanung im Gehirn beginnt und nicht erst mit der Muskelkontraktion.
Das beschädigte, pathologische (kranke) Gehirn soll gezielt mit kognitiven (kognitiv = auf Erkenntnis beruhend) Aufgaben aktiviert und reorganisiert werden.
Der Mensch wird als komplexes System gesehen, wobei menschliche Fähigkeiten wie Bewegung, Wahrnehmung und kognitive Leistung nicht isoliert betrachtet  und behandelt werden.

Die Wahrnehmung
Die Wahrnehmung spielt eine große Rolle für den Erkenntnisprozess. Das ZNS (zentrale Nervensystem) erhält durch die Wahrnehmung  Informationen vom Körper und der Umwelt, die für die Programmierung und Ausführung von Bewegung nötig sind. Durch die Bewegung erhält das ZNS Informationen und Informationen ermöglichen das Entstehen neuer Bewegung. Ist dieser Kreislauf gestört, können keine physiologischen Bewegungsabläufe entstehen.

Das Ziel
Mit der Therapie sollen Veränderungen im Gehirn und im Bereich der Muskelkontraktionen, die ein möglichst physiologisches Bewegungsverhalten ermöglichen, hervorgerufen werden.
Die Aktivierung programmierter Lernprozesse reorganisiert das Gehirn. Der Patient  lernt mit seinen kognitiven Fähigkeiten kranke Bewegungsmuster zu kontrollieren. Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Wahrnehmung, Vorstellungskraft und die Sprache sind die Arbeitsinstrumente dieser Therapie. Ebenso die motorische Imagination. Das gezielte Vorstellen von Bewegungen dient dem Bilden der korrekten Bewegungsplanung und damit dem Wieder- Erlernen von physiologischen Bewegungen.

Die Therapie
Der Patient erhält bei jeder Übung ein so genanntes Problem (z.B. das Erkennen von verschiedenen Formen mit geschlossenen Augen). Durch geführte, assistierte oder aktive Bewegung soll der Patient bestimmte Informationen aufnehmen und somit sein Problem (das Erkennen der Figur) lösen. So ist es  von großer Bedeutung, dass jede Bewegung ein überprüfbares Ziel hat. Denn die abstrakte Bewegung ist für das Gehirn sinnlos und führt zu keinem Lerneffekt.
Die meisten Übungen werden mit geschlossenen Augen ausgeführt, um so die Körperwahrnehmung in den Vordergrund zu rücken und um dadurch die meist dominante, visuelle Komponente zu unterdrücken (z.B. können die Patienten meist nicht ohne die visuelle Kontrolle greifen)

Die Übungen sind in 3 Grade unterteilt.
1.Grad: Die Bewegung des Patienten wird komplett vom Therapeuten ausgeführt.
Ziel: Der Patient soll lernen über die Wahrnehmung  Informationen einzuholen. Bei den dabei entstehenden Dehnungen der involvierten Muskulatur abnorme Reaktionen zu kontrollieren. Das Kontrollieren der abnormen Reaktion (Spastizität) ist eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung von physiologischer Bewegung.

2.Grad: Der Therapeut und der Patient führen die Bewegung gemeinsam aus.
Ziel: Der Patient übernimmt nur so viel Bewegung, dass es zu keinen überschießenden Muskelkontraktionen kommt. So lernt er einen immer größeren Teil der Bewegung zu übernehmen.

3.Grad:  Der Patient beginnt nach und nach, kaum merkbar die Bewegung selbstständig auszuführen. Dabei  versucht er immer komplexere Aufgaben durchzuführen.
Ziel: der Patient soll lernen durch aktive Bewegung Informationen einzuholen und das Auftreten von primitiven Bewegungsabläufen (z.B.: den ganzen Oberkörper einzusetzen um die Hand auf den Tisch zu legen) zu vermeiden. Stattdessen lernt er hoch entwickelte, fragmentierte Bewegung hervorzubringen (z.B.: das das Handgelenk, der Ellbogen und die Schulter benötigt werden um die Hand auf den Tisch zu legen).

Die systemische Ausführung der aufeinander abgestimmten Übungen und die präzise Arbeitsweise dienen der ständigen Erfolgs- und Qualitätskontrolle der durchgeführten therapeutischen Maßnahmen.

Literatur:
Perfetti C., (1997) Der hemiplegische Patient-kognitiv therapeutische Übung, Pflaum Verlag München.
Perfetti C. (2007) Rehabilitieren mit Gehirn, kognitiv- therapeutische Übungen in der Neurologie und Orthopädie. Pflaum Verlag München.
Wopfner-Oberleit (2002) kognitiv therapeutische Übungen nach beidseitiger Handtransplantation. Praxis Ergotherapie, Verlag modernes Lernen 1/2002.
VFCR , Verein für cognitive Rehabilitation. Flyer

 

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WHEDA
Wirksame
Häusliche
Ergotherapie für
Demenzkranke und
Angehörige

WHEDA – ist ein vom Bundesministerium für Gesundheit gefördertes Programm für Menschen mit einer demenziellen Erkrankung.
Familien mit an Demenz erkrankten Angehörigen müssen sich vielen Herausforderungen stellen und sind in vielerlei Hinsicht starken Belastungen ausgesetzt.
Ziel der Ergotherapie ist es:
Eine hohe Kompetenz, Autonomie und Lebenszufriedenheit der betroffenen bei der Durchführung von Alltagsaktivitäten zu erhalten.
Die Angehörigen mit der Betreuungssituation nicht zu überfordern.
Wichtige Alltagsaktivitäten so zu gestalten dass sie Betroffene und Angehörige zufriedenstellen
Für wen ist WHEDA:
Der Patient leidet an einer derzeit nicht ursächlichen heilbaren Demenzform leichten bis mittelgradige Ausmaßes.
Der Patient weist mindestens moderaten Hilfebedarf bei Haushaltsaktivitäten, Freizeitaktivitäten oder kleineren Aufgaben in Haus und Garten auf.
Eine hauptversorgende Pflegeperson (Familienangehörige oder betreuende Dritte) steht der Therapie und zur anschließenden Weiterbetreuung regelmäßig etwa ein- bis dreimal pro Woche zur Verfügung.
Die Pflegeperson ist von der Betreuung so betroffen, dass sie eine Änderung der Situation wünscht und bereit ist, aktiv daran mitzuwirken und sich von Therapeuten anleiten zu lassen.
Die Pflegeperson ist grundsätzlich in der Lage, nach der Therapie die Anleitung des Patienten und die eigenverantwortliche Entwicklung von Problemlösungen zu übernehmen. Das heißt, sie ist nicht über die Maßen durch die Betreuung belastet und körperlich, geistig oder psychisch nicht stark eingeschränkt.
Es bestehen keine schweren Familienkonflikte (insbesondere keine, in die der Erkrankte involviert ist und die die Betreuung des Erkrankten betreffen). Z.B. ist die Familiensituation nicht durch eine langjährig bestehende Depression oder andere chronisch psychische Erkrankungen so belastet, dass sich bereits seit Jahren Familienkonflikte oder soziale Isolierung manifestiert haben.

 

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